Thematische Auseinandersetzung
Die jahrelange Arbeit und Beziehung mit anorektischen oder bulimischen PatientInnen hinterließen in den letzten Jahren zunehmend deutlichere Spuren in meinen Bildern. Während der Arbeit, die oft ohne inhaltliche Absicht begann, tauchten Assoziationen auf – hagere vogelartige Gesichter mit großen Augen und starren Kiefergelenken, unklare Beziehungsverflechtungen zwischen Abgrenzung und Verschmelzung wurden sichtbar. Es entstanden Figuren mit diffusen Körpergrenzen, im Spannungsfeld zwischen realer und imaginierter Körperfülle. Die graphische und malerische Darstellung dieses Kampfes um Selbstkontrolle, der Angst vor Gier und Kontrollverlust sowie dem Streben nach körperloser ›ätherischer‹ Existenz ermöglichte mir einen Zugang zur Gefühlswelt der PatientInnen auf einer anderen Verständnisebene.